ALLES NEU MACHT DER AUGUST :

540 NEUE PCS IM HAUS

Ferien? Davon war in der KV Zürich Business School (KVZBS) kaum etwas zu spüren. 540 neu angeschaffte PCs warteten im Juli in der Turnhalle auf ihren Einsatz. Um die Geräte im Wert von rund 650’000 Franken für die verschiedenen Bereiche der Schule auszurüsten, hatten die IT-Spezialisten viele Arbeitsstunden in Kauf zu nehmen. Denn allein für das Set-Up benötigt man pro PC vier Stunden. Ein Interview mit Matthias Wohlgemuth, Bereichsleiter des IT-Centers (ITC) der KVZBS, bringt Fakten über diese logistische Meisterleistung mit viel Handarbeit ans Licht.

 

Herr Wohlgemuth, Sie sind in der letzten Zeit ein viel beschäftigter Mann. Wie viel Zeit musste denn für das gesamte Set-Up aller neuen Geräte investiert werden?
Wissen Sie, diese Frage ist sehr schwierig zu beantworten. Die Planungsarbeiten zu diesem Unterfangen haben bereits im Februar begonnen. Danach folgte das Set-Up des Software-Verteilservers und das Paketieren der Programme. Wenn wir nur schon die Zeit für die Installation, das Paketieren und das Einrichten der PCs berechnen, kommen wir auf einen Zeitraum von ungefähr vier Monaten.

 

Die Anlieferung der neuen GeräteKönnen Sie trotzdem ein paar Zahlen nennen?
Nehmen wir die Sommerferien: Zu dieser Zeit waren im Schnitt jeden Tag sechs Mitarbeitende für acht Stunden mit dem Projekt beschäftigt. Das macht folglich allein in den Sommerferien 1’200 Arbeitsstunden.

 

Welchen Zeitraum beansprucht die Planung im Voraus für ein so grosses Unterfangen?
Ein Projekt dieser Grössenordnung kann nicht einfach so gestartet werden. Es ist notwendig, schon ein Jahr vor der Umsetzung mit der Planung anzufangen, da es ausgeschrieben und bewilligt werden muss.

 

Wo finden die neuen Geräte ihren Platz?
Die neu angeschafften PCs ersetzen sämtliche alte Geräte innerhalb der Schule und in der Verwaltung.

 

Ausgepackt und bereit gestelltUnd was passiert dann mit den alten PCs? Werden sie versteigert?
Nein, die alten Geräte sind geleast und müssen darum an die Leasing-Firma zurückgegeben werden.

 

Wie oft kommt denn ein Wechsel in diesem Ausmass vor?
Da die PCs eine Abschreibungszeit von fünf Jahren haben, werden sie in diesem Rhythmus ausgetauscht. Auch bei den Notebooks ist das der Fall. Die 360 vorhandenen Laptops wurden 2007 erneuert. Somit steht für 2012 wieder ein Wechsel an. Übrigens wurden auch sie, als Teil dieses Projekts, mit neuer Software bespielt.

 

Und wie viele Fixstationen werden routinemässig pro Jahr ausgetauscht?
Während dieser fünf Jahreszyklen werden keine Rechner ausgetauscht. Um unsere Hardware-Infrastruktur einheitlich zu halten, werden defekte Geräte wann immer möglich repariert. Für Fälle in diesen das nicht möglich ist, haben wir eine kleine Reserve an Ersatzrechner im Lager.

 

Kabelsalat in der TurnhalleMit welcher Hardware wird aktuell in der KVZBS gefahren?
Die aktuelle Hardware ist ein klassisches, solides Gerät des Typs HP Compaq dc7900. Sie sind top ausgerüstet. Sie besitzen einen Core2Duo Prozessor mit drei Gigahertz, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine Speicherkapazität von 250 Gigabyte.

 

Aus welchem Grund verwenden sie nicht Geräte von Mac, wie dies andere Schulen machen?
Ganz einfach: Mac werden nirgendwo im Business eingesetzt. Wir bilden Lehrlinge aus, die in der Geschäftswelt bestehen sollen. Aus diesem Grund können wir sie also nicht auf Mac schulen. Ausserdem kosten Mac einiges mehr. Zudem hätten Support wie auch Helpdesk intensiv geschult werden müssen. Kurz: Als Berufsschule müssen wir uns natürlich nach der Wirtschaft und deren Bedürfnissen richten.

 

Womit werden die Geräte software-technisch bestückt?
Unsere PCs enthalten klassische Anwenderprogramme, also Word, Excel und Powerpoint in der Version 2007. Als Webbrowser verwenden wir Internet Explorer 7. Ausserdem sind Gestaltungsprogramme wie Adobe Acrobat 9 oder Adobe Photoshop vorhanden, ebenso wie einige Hilfsmittel, so zum Beispiel Pons Lexiface. Audiovisuelle Tools zur Wiedergabe von Videos wurden auch installiert. Dies sind Real Player Gold und Quick Time Player. Natürlich sind alle Geräte mit der Symantec Endpoint Protection gegen Viren, Mal- und Spyware geschützt. Zum weiteren Schutz können Installationen nur durch das ITC vorgenommen werden.

 

In den Schulzimmern montiertUnd wieso bringt nicht einfach jeder Lernende seinen Laptop mit? Dann könnte die Schule doch einiges einsparen.
Wir können nicht von den Lernenden beziehungsweise deren Eltern verlangen, dass sie sich einen Laptop und die entsprechende Software kaufen. Ausserdem ist unsere Infrastruktur nicht darauf ausgelegt, externe Geräte in diesem Masse anzuschliessen. Dies würde unweigerlich zu einem viel grösseren Sicherheitsrisiko durch Viren, Hacker und dergleichen führen. Aus diesem Grund ist es zurzeit auch für Teilnehmer in der Weiterbildung noch nicht möglich, ihre eigenen Geräte mitzubringen. Dazu müssten zum einen das Netzwerk und zum anderen auch die Sicherheitssysteme erweitert werden.

 

Abtransport der alten GeräteWenn Sie jetzt zurückschauen: Was würden Sie in der Vorbereitung das nächste Mal anders machen?
Ich würde mit der konkreten Planung früher beginnen um die benötigte Infrastruktur vorher im Rahmen eines Teilprojekts bereit zu stellen.So mussten wir innerhalb dieses Projektes nämlich den Software-Verteilserver und alle Pakete neu erstellen. Zudem ist die Auswahl an Räumlichkeiten bei einer solchen Masse sehr beschränkt. Sie müssen darum so früh wie möglich reserviert werden, um den Schulbetrieb entsprechend arrangieren zu können.

 

Schlussfrage: Wie alt ist Ihr PC zu Hause – und wie oft nutzen Sie ihn? Sprich, haben Sie in den eigenen vier Wänden genug von der IT?

Im Gegenteil. Privat habe ich zwei Notebooks. Auf dem Schreibtisch steht ein 15,4” Gerät von Dell und auf dem Sofa ein kleineres 12,1” Gerät von HP, auf dem Windows 7 RC installiert ist. Beide sind aus dem Jahre 2005. Ausser am Wochenende werden sie praktisch täglich genutzt. Dies jedoch klar auf Kosten des TV-Konsums.
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